Ganz unerwartet hab ich jetzt eine ganze Weile damit verbracht, alte Blogeinträge zu lesen... Und auf einmal wird klar, welchen Nutzen das Geschreibsel hier noch hat, außer diverse Verwandtschaft über mein Herumgereise auf dem Laufenden zu halten bzw. in der Vergangenheit Beziehungsrelevantes vergleichsweise subtil (und daher nur latent bedrohlich) zu kommunizieren: Es ist ein Tagebuch - bloß in einem wunderbar selbstdarstellerischen Format. Und wie sich das für ein gutes Tagebuch gehört (nicht, dass ich so eines jemals wirklich geführt hätte - zu wenig Publikum, offenbar), hat es mich zum Lachen gebracht und zugleich auch nachdenklich und ein bissl traurig gemacht. So viele schöne und weniger schöne Spuren hat der ehemalige Lieblingsmensch hier herinnen hinterlassen... Außerhalb hab ich ihn offiziell schon fast vergessen - und dann doch wieder gar nicht.
Zugleich war's plötzlich ganz leicht, entsprechend des allseits beschworenen Mantras zu sehen, "wie weit ich schon gekommen bin". Man vergisst manchmal, wieviel mehr da gewesen ist, als das bloße Wechseln von einem Ort zum anderen. Wie schwer es war, loszulassen und vorwärts zu gehen - oder dann vermeintlich wieder zurück (und dann erst wieder weg - weil warum soll man's denn einfach haben, wenn's auch richtig anstrengend geht?!) - und trotzdem bin ich jedes Mal gegangen und irgendwie is es auch immer die richtige Entscheidung gewesen. Auf einmal seh ich auch, wie sehr die derzeitige Lebenssituation dem entspricht, was ich mir jahrelang gewünscht habe - man vergisst das bloß so leicht unterwegs, wenn all die kleinen und größeren Kleinigkeiten auf einmal vermeintlich schief gehen oder auch einfach bloß anders sind, als erwartet.
Das Zitat im Titel deckt sich zwar mit den schon seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholten Ratschlägen meines väterlichen Privatgurus (und ja, einiges davon kommt auch wirklich an - versprochen!), kam in dem Fall aber von wesentlich unerwarteterer Seite. Ich werd jedenfalls versuchen, den Rat zu befolgen und, soweit ich halt aus meiner Haut kann, etwas weniger grauslich und hart zu mir zu sein. Es is noch so viel zu tun und zu sehen (und nebenbei einiges an selbst verschuldetem Chaos in Ordnung zu bringen - es wird dran gearbeitet!) und die einzige, die mir dabei definitiv immer Gesellschaft leisten wird, bin ich selbst. Und: Schau, wie weit ich schon gekommen bin. :)
(Bevor hier noch irgendwem angesichts des sentimentalen Geseiers die Tränen und/oder das Kötzeln kommen, verzichte ich zumindest auf eine tiefschürfende Betrachtung der aktuellen Prä-Geburstags-Krise. Wie ich beim Durchlesen feststellen musste (durfte?), unterscheidet sich diese eh nur unwesentlich vom an dieser Stelle zur gleichen Zeit im Jahr 2009 beklagten Leier - Interessierte seien somit auf das Post-Archiv verwiesen.)
Ah ja, und Frühling wird's auch endlich... die obligaten Tulpen kauf ich mir auch heuer wieder selber. (Die Gründe dafür wechseln ja lustigerweise nahezu jährlich - aber der Outcome is so oder so (oder so) der gleiche. Wie auch immer... die Hoffnung stirbt zuletzt... jedenfalls definitiv erst nach den Schnittblumen.)
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