Gruppenarbeiten bilden ja gemeinsam mit Coverversionen und Buchverfilmungen sowieso schon seit Langem mein persönliches Triumvirat des Bösen, aber was ich diesbezüglich dieses Semester erlebe, is tatsächlich nochmal eine - angesichts inzwischen ja doch schon einiger Zeit mit überwiegend negativen Erfahrungen - unerwartete Steigerung; vergleichbar höchstens mit der PS-Arbeit plus Referat damals im ersten Anglistik-Semester, die von mir allein verfasst und vorgetragen wurde, da von meinen drei Gruppenkolleginnen bedauerlicherweise keine in der Lage war, einen englischen Satz zu bilden oder gar auszusprechen.
Wahrscheinlich unterrichten sie inzwischen alle die Elite von morgen... (Ob die eine immer noch nicht dazu gekommen ist, Macbeth im Original zu lesen und stattdessen auch im Unterricht eine vereinfachte, deutsche(!) Version verwendet?)
Am Freitag sollte jedenfalls endlich unsere Gruppendiskussion über die Bühne gehn - ich glaub nicht, dass mich etwas derartiges schon jemals in einem solchen Ausmaß verfolgt hat; inklusive Matura und diversen zum Glück lang vergangenen latent existenzbedrohenden Mathe- und Italienisch-Schularbeiten...
Die Organisation läuft angesichts der bisherigen Vorbereitungen wenig überraschend tadellos: drei Tage vor dem Tag X ist alles unter Dach und Fach; es fehlen nur noch Kleinigkeiten wie Diskussionsteilnehmer, ein Raum, in dem das Ganze stattfinden kann, technisches Equipment und ein Diskussionsanreiz als Einstieg. Dafür haben wir einen entnervten Nationalratsabgeordneten mit Terminproblemen und daher Zeitdruck. Läuft also wie gewohnt alles bestens!!
Ich weiß jedenfalls, wer am Freitagabend definitiv nicht nüchtern sein wird - egal wie das Diskussionsdrama dann letzten Endes verläuft; hauptsache, es is endlich vorbei. Angenehmerweise spielt abends der Sportklub meines Vertrauens, was normalerweise einen angemessenen Rahmen für diese Art der Stressverarbeitung bieten sollte.
Auf Gruppenarbeitsfiasko Nr. 2 (generelle Motivations- und Intellektlosigkeit, gepaart mit plötzlich auftretenden Unpässlichkeiten) und Nr. 3 (unstrukturiertes Chaos, Unzuverlässigkeiten³) will ich jetzt gar nicht näher eingehen.
Festzuhalten bleibt, dass das nächste Semester endlich das erste sein wird, in dem ich keine Gruppenarbeiten oder -projekte machen muss... Lichtblicke des nahenden Studienendes. Nicht, dass ich den Vorsatz, mir das aber ganz, ganz sicher nie wieder anzutun, nicht eh jeden Semesterbeginn gebetsmühlenartig wiederholt hätte - aber das System zwingt sie einem ja gnadenlos auf, was neben organisatorischen Gründen wohl auch auf der mir unnachvollziehbaren Vorstellung eines positiven persönlichkeitsbildenden Effekts beruht. Hmm... außer einem verstärkten Hang zur Misanthropie bemerk ich nicht viel, aber bitte.
Wohlgemerkt: Ich spreche diesen Menschen ihr - durch ein rückgratloses System ohne jedes Ausleseverfahren ermöglichtes - Recht darauf, zu studieren und danach immer noch gleich ahnungslos und unwissend wie davor mit einem gehaltsfördernden Titel auf den Arbeitsmarkt zu taumeln, keineswegs ab - bloß sollen sie mir doch bitte vom Leib bleiben. Jetzt und später, wenn möglich.
Davon abgesehn: schönes Sommerwetter und daher schon leicht gebräunter Rücken; der von finanziellen Gründen bestimmte Duft des Sommers 2006 wird aus nostalgischen wohl auch der von 2007; gute Musik und ebensolche Bücher; SE-Arbeit nimmt laaangsam Gestalt an und diese schaut bis jetzt fast schon beunruhigend gut aus; Lieblingsmensch; aktueller Zustand bez. unnötigen Gedankenkonstrukten endlich mal wieder als "über sieben Hügeln ist Ruh'" ("Asterix im Morgenland", nicht Goethe) zu beschreiben; geradezu unanständig gute weltliche Genüsse.
"I've stopped having sex and started growing tulips." (Freddie Mercury)
Jaja, einfach mal ein bissl locker lassen... :)
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